IGS plädiert für die Einheit der muslimischen Gemeinschaft und gegen Spaltungsversuche durch Kinofilme angeblicher Vertreter der Schiiten -Kommentar

Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Der Lob gebührt Gott, dem Herrn der Welten und der Segen sei über unseren Herrn Muhammad und seiner reinen Nachkommenschaft.

Die IGS plädiert für die Einheit der muslimischen Gemeinschaft und gegen Spaltungsversuche durch Kinofilme angeblicher Vertreter der Schiiten. So zumindest ihre Behauptung.

Es geht um den Film „The Lady of Heaven“, der momentan eine hitzige Welle durch den englischsprachigen Raum macht. Sollte er nun ebenfalls in Deutschland publik werden? Dies ist eine Frage, mit der sich die IGS auseinandergesetzt hat.
Sie kamen zum Entschluss, dass die Veröffentlichung des Filmes unterlassen werden soll. Über die Gründe wird im folgenden Artikel aufgeklärt und diskutiert.

Die IGS ist ein muslimisch-schiitischer Dachverband und Teil der muslimischen Familie Deutschlands. Er propagiert für eine Einheit (Wahda) zwischen Sunniten und Schiiten, verharmlost die Übeltaten der Feinde der Ahlulbait (as) und stellt die Authentizität der Überlieferungen, die als Sahih (authentisch) eingestuft wurden, infrage.

…Ist für uns jegliche Hetze und Schmähung gegenüber andere islamischen Rechts- und Denkschulen scharf zurückzuweisen, gemäß der Linie der großen schiitischen Lehrautoritäten und dem koranischen Prinzip der Barmherzigkeit jener untereinander, die mit Muhammad (s.) sind.“ ~Mohammad Ale Hosseini (Vorsitzender der islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands)

Sie behaupten, der Film wäre pure Hetze und würde für eine Spaltung sorgen, der sie als ‚Repräsentanten der Schiiten‘ versuchen vorzubeugen.
Tatsächlich sind im genannten Film keine Anzeichen von Schmähung oder Spott gegeben.
Die Persönlichkeiten Aisha und die Feinde werden lediglich so dargestellt, wie es in den schiitischen Urwerken vorzufinden ist. Die Quelle der Darstellung stammt von unseren heiligen Imamen (a.), sowie im Übrigen auch aus sunnitischer Geschichtsdarlegung, und wurde nicht von einem Yassir Al-Habib hinzugedichtet, wie von Seite anderer religiöser Sekten oft dargestellt wird. Die eben erwähnten Quellen werden im folgenden, in mehrfachen Auszügen vorgeführt.

https://de.ahlulbait.one/2014/03/21/nur-ein-gesandter-3144/
https://de.ahlulbait.one/2015/11/23/urteil-der-gelehrten-ueber-abu-bakr-umar-und-uthman/
https://de.ahlulbait.one/2014/04/22/fatimahs-zorn-auf-abu-bakr/
https://www.annour.de/2022/06/26/umar-wird-vergeben/

Wie bereits aus den Überlieferungen ersichtlich wird, wirft die geschichtliche Faktenlage kein positiv ausgeprägtes Licht auf bereits angeführte historische Personen. Nein, vielmehr malt sie ein Bild von tyrannischen Machthabern, die von Unmoral beherrscht, nicht nur den Menschen damaliger Zeit, sondern den Heiligsten der Heiligen Leid zufügten.

Die IGS strebt vor allem eine Einheit mit den Sunniten an. Doch zu welchem Preis? Zum Preis gnadenloser Geschichtsfälschung, wie aus folgender Aussage abgeleitet werden kann:

… Der die vermeintlichen Umstände des Martyriums von Fatimah (a.) darstellt.

In der Folge erlitt die Propheten-Tochter Fatimah (a.) keinen erbarmungslosen Märtyrertod.
Die Überlieferungen bezüglich jenes Ereignisses des Martyriums werden infrage gestellt, gar abgelehnt. Zum Festhalten: damit auf schnellstem Wege eine Kollaboration mit den Sunniten etabliert werden kann, auf Kosten Unschuldiger und zugleich religiöser Heiligtümer.

Spaltung ist nicht immer schlecht:

https://de.ahlulbait.one/2020/09/21/der-vorwurf-der-spaltung-ist-ein-vorwurf-der-goetzendiener/

Mord und Martyrium (Fatimah):

https://de.ahlulbait.one/2015/04/27/at-tusi-uber-mord-an-fatimah/
https://de.ahlulbait.one/2015/03/04/fatimah-starb-als-martyrerin/
https://dasbuchvonsulaym.wordpress.com/hadith-nr-4/

Im Grunde genommen ist jener Film eine bloße Geschichtserzählung, ohne falsche Intention, noch Verzerrung. Im Konsens der Urgelehrten des Schiitentums ist diese geschichtliche Tragödie unbestreitbar, dass die Tochter des Propheten Muhammads (a.) auf eine abscheuliche Art und Weise ermordet wurde. Im Auftrag von Abu Bakr und durchgeführt von Umar und Qunfudh wurde jener Mord veranlasst.

Das heißt, im Film werden Tatsachen neutral wiedergegeben. Die Frage ist nach der Definition von Neutralität. Neutralität in diesem Kontext bedeutet so viel, wie eine Erzählung basierend auf Tatsachen wiedergeben, und eben nicht die Verschleierung der Wahrheit. Die vorgeworfene Geschichtsklitterung richtet sich somit im eigentlichen Sinne an die Kritiker des Films, deren ausschließlicher Zweck es ist, der religiös oppositionellen Seite Honig um den Mund zu schmieren.

Angesichts der Herausforderung, vor denen Muslime weltweit stehen, weist die IGS auf die Bedeutung der Führung durch die schiitischen Lehrautoritäten hin, die in der Epoche der Abwesenheit des Imams der Zeit (a.) uns vor Irrewegen bewahren sollen……

In der Tat, ist es für die geehrten Friedensschützer und Moralapostel vom IGS eine wahre Herausforderung der heiligen Herrin Fatimah (a.) auch nur ein einziges Mal eine Bühne im deutschsprachigen Raum zu gewähren.
Eine Herausforderung, die Übeltaten der Feinde (LA) aufzudecken und klare Haltung zu beziehen. Tatsächlich scheint eine innerschiitische Spaltung unproblematisch zu sein? Die Befürworter einer Veröffentlichung des Filmes werden vorschnell als „Stifter der Zwietracht“ stigmatisiert und alle, die hinter der Haltung der IGS stehen, dürfen offizielle Repräsentanten der Schiiten spielen. Das heißt im Umkehrschluss, dass man keine schiitischen Interessen vertreten kann, insofern man das Herausbringen des Filmes in Deutschland unterstützt.

Bekanntlich beeinflusst die Filmindustrie in heutiger Zeit Menschen in ihren Meinungen mitunter sehr stark. Dementsprechend wäre es von klarem Vorteil, dem deutschsprachigen Raum, und damit einem weiteren Publikum, mithilfe des Films „The Lady of Heaven“ eine neue Perspektive der Darstellung der frühislamischen Geschichte zu ermöglichen.
Die IGS sollte, als Dachverband der schiitischen Gemeinde in Deutschland, den Anspruch haben, den Interessen eben jener Gemeinschaft zu dienen, und in Wahrheit den Interessen der heiligen Imame der Ahlul Bait as.. (Nürnberg – Passau keine einzige schiitische Moschee, Abriss einer schiitischen Hussainiya in München, mit dem Vorwand eines Neubaus. Der Dachverband schließt die Augen, wenn es um die Belange der Schiiten geht, aber um die Einheit wird auf Kosten er Ahlulbait as publik gekämpft.)

Nun zum Sistani-Vertreter Keshmiri. Die Haltung der IGS resultiert aus der Stellungnahme Keshmiris, der sich unlängst über den Film äußerte.
https://youtu.be/rfTUSEpTNMs
Er schrie empört in die Masse, dass dieser bloß der Hetze diene und der Einheit zwischen Schiiten und den sogenannten Sunniten (Nawasib) das Ende bereiten würde. Unrecht bezüglich der Konsequenzen, die sich auf eine angebliche Einheit auswirken, hat er vermutlich nicht. Die Frage ist jedoch nach der Rechtmäßigkeit einer genau solchen. Aussagen, dass beide religiöse Konfessionen, insofern der Begriff der Konfession hier überhaupt zulässig ist, sich das Buch, also den Koran, sowie denselben Gott und Propheten teilen, werden gebetsmühlenartig wiederholt. In Wahrheit bestehen keine wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Gruppierungen, sondern nur Meinungsverschiedenheiten in Unterkategorien der Details. Abgesehen davon, dass diese Aussagen und ähnliche den Überlieferungen der Imame as. in Deutlichkeit widersprechen, so wird die Thematisierung dieser inhaltlichen Verschiedenheiten zum Tabu erklärt, was einer freiheitlichen, forschungsbasierten und wahrheitssuchenden Mentalität in vollkommenster Art und Weise diametral gegenüber steht und zuwider läuft.
Zusätzlich endet eine Befürwortung des Films oft in Ausschlüssen aus der Religion des Schiitentums, als gäbe es ein Recht über die Zugehörigkeit und Vertretung des Schiitentums, das nur der IGS zugutekomme. All das hat zwei Folgen, die die IGS verwundernswerter Weise völlig ignoriert. Zum Einen eine Spaltung unter der schiitischen Gemeinde, die an dieser Stelle nun aber gerade von schiitischen Vertretern wie Keshmiri als irrelevant empfunden wird und zum Anderen ein negativ behaftetes Bild von einer maroden Diskussionskultur unter Schiiten, das im Westen präsentiert wird. Es scheint so, als wolle man die Trauer und Liebe zur Prophetentochter Fatima für Schiiten zum Verhängnis machen. Sie sind den Schmähungen und Stigmatisierungen hilflos ausgesetzt. Die für manche bittere Wahrheit wird verdeckt, und zwar zu Gunsten geschichtlich unbewusster Nawasib. Genauso erreichte unlängst ein Video die Öffentlichkeit, in dem ein junger Mann Keshmiri auf diesen Aspekt verwies.
https://youtu.be/HBNLbHAcXwQ
Selbstverständlich wurde er hemmungslos und lautstark aus seinem Büro geschmissen. Die Botschaft: nicht mehr fragen, nicht mehr zweifeln, nicht mehr selbstständig denken. Die Wahrheit gehört vorgekaut und aufgetischt. In Freiheit Trauern ist ausgeschlossen. Es ist das in den Überlieferungen der Ahlul Bait as. geschilderte Gefängnis: Die Welt ist ein Gefängnis für die Gläubigen.

Liebe Grüße

Nur El-Huda C.