Sie stellen euch in den Schatten, um zu Scheinen

Im folgenden Text sprechen wir über das Meiden von Menschen, die uns nicht gut tun. Wir alle kennen sie. Sie stellen sich in den Vordergrund und benutzen uns zum Zweck. Bestätige ihren äußeren Glanz und dir wird die „Freundschaft“ gewährt.

Die Psychologin Martha Stout von der Harvard Universität schreibt in ihrem Buch „Der Soziopath von nebenan“:

„Eine Lüge, ein gebrochenes Versprechen, eine vernachlässigte Verantwortung könnten ein Missverständnis sein. Zwei davon ein ernsthafter Fehler. Aber drei Lügen zum Beispiel bedeuten, dass wir es mit einem Lügner zu tun haben.“

Wir fokussieren uns in dem Falle auf die Anzahl der vollzogenen Handlungen. Alles was dreimal geschieht, gilt weder als Fehler noch als Missverständnis. Es ist eine bewusste Handlung, die ein Mensch vollzieht.
Deshalb sollten wir Acht auf Menschen geben, die uns belügen (vorsätzliche (dissoziale) Lüge und Zwecklüge), ausnutzen, vernachlässigen, verachten, demütigen und noch vieles mehr.

Meist sind dies Eigenschaften von Soziopathen.

Soziopathie ist eine bestimmte Form der Persönlichkeitsstörung. Betroffene zeigen ein gestörtes Sozialverhalten: Sie benehmen sich rücksichtslos und extrem egoistisch, verfolgen nur ihre eigenen Ziele, kennen kein Mitgefühl, missachten soziale Normen und können sich Regeln nicht unterwerfen.

Und nein. Nur weil sie an einer Persönlichkeitsstörung leiden, heißt es nicht, dass wir uns ihnen aus Mitleid zum Fraß vorwerfen müssen. Dann können wir gleich mit ihnen in die Höllenanstalt aufgrund entstehender mangelnder Selbstwertgefühle.
Haltet euch fern von Menschen, die eine stark ausgeprägte Selbstliebe aufweisen, denn sie sind gierig und wollen immer mehr und stellen euch dafür in den Schatten, um zu Scheinen.
Sie stellen euch solange bloß und demütigen euch, bis ihr euch durch die Kränkungen aus freier Entscheidung in den Hintergrund stellt und ihnen nicht die Schuld dafür geben könnt, denn „die Schuld einsehen“ ist ihr Feind oder ein Fremdbegriff.

In der Gesellschaft dieser Menschen zerstört ihr eure Psyche. Ihr selber nehmt es nicht wahr und lasst euch darauf ein. Doch warum?
Seid unbesorgt. Es ist normal. Denn ihr könnt nicht vorausschauen oder anhand des Äußeren feststellen, ob diese Person ein soziopathisches Verhalten an den Tag legt. Doch seid wachsam. Bemerkt ihr die Häufigkeit von Handlungen, die euch kränken, so nehmt euch in Acht vor ihnen. Denn sie sind euer Verderbnis und Zerstörer eurer Psyche.

„Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Chr. F. Oetinger

Wir können etwas ändern!
Hütet euch vor diesen Menschen, denn sie sind skrupellos und toxisch. Sie interessieren sich nur für sich selbst und wissen nicht, was Empathie oder Einfühlsamkeit bedeutet. Sie wissen nur was, „ich brauche mich“ und „ich liebe mich“ bedeutet und kommt ihnen einer in die Quere, so sieht es nach einem aussichtslosen Frieden aus.

Interessant ist auch der psychoanalytische Ansatz von Freud: Die Projektions-Regel.

In der Psychoanalyse nach Sigmund Freud versteht man unter Projektion einen Abwehrmechanismus, bei dem eigene, unerwünschte Impulse z. B. im Sinne von Gefühlen und Wünschen einem anderen Menschen zugeschrieben werden.

„Projektion ist das Verfolgen eigener Wünsche in anderen.“

Es wird von einem Phänomen gesprochen, welches man umgangssprachlich „Von sich auf andere schließen“ nennt. Grundsätzlich tun wir das alle. Wir leben unser eigenes Leben und betrachten unterschiedliche Situationen aus unserer Perspektive und handeln dementsprechend. Daher spricht Freud von Projektion: Unbewusstes Übertragen von Gefühlen und Wünschen.
Es ist auch nicht absonderlich, dass wir alle betroffen sind, da wir nicht SELBSTbewusst und reflektiert genug sind um diese zu erkennen.
Doch gibt es einen kleinen Unterschied: Die Auswirkungen, die aus einer Handlung resultieren, durch die Interaktion zwischen zwei Menschen, werden zwischen positiv und negativ selektiert. Und in dem Falle können wir es auch tun.
Beispielsweise gibt es zu jeder Handlung positive und negative Auswirkungen.
Positiv wäre, wenn unsere psychische Verfassung keinen Schaden erleidet, sondern unsere Psyche unveränderlich bleibt oder stärkt. Negativ wäre, wenn man sich zum Heime im grübelnden Zustand begibt. Man fühlt sich unwohl und schuldtragend aufgrund böswilliger Unterstellungen vom Gegenüber. Auch haben wir keine Redefreiheit, da wir jede einzelne Bemerkung, die wir äußern möchten, mehrfach überdenken müssen, damit
die Person gegenüber nicht in den Angriffsmodus übergeht.

Kommen wir zum letzten Punkt: Die Energierauber

Ihr hört es schon: Sie rauben eure Energie.
Sie vergreifen sich an eurem Energietank. Ihr seid bei 100% und nach der Interaktion bei 15%.
Wenn ihr das Gefühl bekommt, dass ihr euch nach einem Treffen mit einer Person psychisch labil fühlt oder ausgelaugt, dann merkt euch, dass nicht der „anstrengende Tag“, der gar nicht in dieser Form existierte, eure Energie raubte, sondern die Person gegenüber. Toxische Menschen senden negative Energie aus und müssen dann ihre Energie neu tanken. Es gibt viele Energiequellen: Schlafen, übermäßiges Essen, Anerkennung und Komplimente und die Böswilligkeit gegenüber einer anderen Person / das Vergreifen an der Psyche eines anderen, um sich erhaben zu fühlen.

Das bedeutet: Damit die Person wieder ihren Tank vollkriegt, muss sie eine Quelle aufsuchen. 
Während einer Interaktion bleibt der Person „nichts anderes übrig“ als sich an deiner Energie zu vergreifen. Dem zufolge muss sie an deine Psyche heran, um ein erhabenes Gefühl zu erlangen und behandelt dich dabei schlecht. Denn anders erhält sie keinen Zugriff auf deinen Energietank.

Die Person demütigt dich, stellt dich in den Schatten und beleidigt dich öffentlich vor Fremden. Das ist eine negative Übertragung für die Psyche und macht sich anhand des Energieverlusts bemerkbar. Aufgrund dessen, dass du dich darüber entweder lautstark oder innerlich aufregst, verlierst du Energie, da dies eine Tätigung ist.
Auch fühlen ist energieraubend. Grundsätzlich fühlt man sich betrübt und minderwertig nach einer Demütigung oder Beleidigung.
Ihr verliert Energie, da euer Körper oder eure Psyche mehr braucht für die Verarbeitung oder für den Schutzmechanismus/Abwehrmechanismus. Dadurch gewinnt aber die Person gegenüber Energie aufgrund des Gefühls der Erhabenheit und der Einbildung. Ihr schenkt ihnen quasi eure Energie, wenn ihr mit ihnen weiter verbleibt. Irgendwann ist der Weg zur Quelle nicht mehr schwer zu erreichen, sondern wie der Weg vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer.

Im Großen und Ganzen, möchte ich euch ans Herz legen, euch um eure Psyche zu kümmern, da eure psychische Verfassung euren Tag bestimmt.