Das schreiben mit einem Nicht-Maḥram (غير محرم)

Neulich erreichte mich eine Nachricht von einer Schwester, die mir berichtete, dass sie momentan in ein tiefes Loch gefallen ist, umarmt von Liebeskummer und Leid.
Ihr wurden von einem Bruder „unbewusst“ falsche Hoffnungen signalisiert.
Sie fragte mich, ob dies und jenes Hoffnungsgefühle herbeirufen würden oder ob sie zu viel hineininterpretierte.
Nun ja, es kann durchaus passieren, dass ein Bruder oder eine Schwester Signale falsch auffassen.
Dennoch gibt es einige Goldene Regeln, die man beim Schreiben mit einem Nicht-Maḥram (غير محرم) beachten sollte.

„Abgesehen davon, dass es zwischen einem Knaben und einem Weibe keine Freundschaft gibt.
Gewiss wird einer der Parteien Gefühle entwickeln oder zumindest mehr empfinden.“

~kritische_gedanken

Wie entstehen Hoffnungsgefühle?

Hoffnung ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes eintreten wird, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht. Hoffnung ist die umfassende emotionale und unter Umständen handlungsleitende Ausrichtung des Menschen auf die Zukunft. Hoffend verhält sich der Mensch optimistisch zur Zeitlichkeit seiner Existenz. 

Austausch persönlicher Daten: Der Austausch von persönlichen Daten sollte aus dem Grunde vermieden werden, dass der Mensch hierbei über seine Interessen und seine Lebensvorstellung spricht. Die Privatsphäre wird anvertraut.
Man teilt private Einblicke aus seinem Leben mit einem Nicht-Maḥram, welcher dadurch dann das Interesse Entwickelt, ein Teil deines Lebens zu werden.
Sie/Er findet den Lebensstil der gegenüberstehenden Person interessant und möchte auch Teil davon werden.
Man entwickelt Interesse an der Person..
Eventuell teilt man sogar gleiche Interessen und Hobbys und fühlt sich dadurch hingezogen.
Gar nicht verachtend, denn so fängt eine Liebes(beziehung) an. Jeder sehnt sich nach dem Bund der Ehe, um die Hälfte seiner Religion zu vollkommen. Eine nicht offizielle Kennenlernphase, welche viele als normal erachten, was aber nicht normal sein sollte, wenn es aus reiner Geschwisterlichkeit geschieht.

Ständiges Schreiben: Auch das ständige schreiben hilft in der Kennenlernphase. Doch sollte man nicht die Absicht hegen, daraus eine offizielle Kennenlernphase zu machen, sollte es ebenfalls vermieden werden.
Die muslimische Community hat schon einige „unnötige“ Lockerungen bezüglich des Schreibens mit Nicht-Maḥrams. Dennoch können wir rein traditionell handeln und offen darlegen, wenn wir jemanden kennenlernen möchten.
Das fortwährende Schreiben führt ebenfalls zu Hoffnungsgefühlen bei der Person gegenüber, da man glaubt, man habe eine besondere Stellung.
Außerdem gewöhnt man sich an die Person, da man ständig telefonierte und mit ihr/ihm schrieb bis tief in die Nacht.

Komplimente: Komplimente hört man gerne. Man fühlt sich automatisch gut und bekommt ein gewisses Selbstwertgefühl. Vor allem, wenn es von einer Person kommt, der man zugeneigt ist.
Man fühlt sich dadurch geschmeichelt und entwickelt gewisse Gefühle. Deshalb sollte man Komplimente vermeiden, wenn man rein geschwisterlich schreibt. Da diese ebenfalls falsche Hoffnungen signalisieren und es nicht gewöhnlich ist, Komplimente zu schenken und es gesellschaftlich als Poussieren gilt.

Was passiert, wenn man Hoffnungsgefühle entwickelt?

Hoffnungsgefühle werden von Liebesgefühlen umarmt.

Liebe ist eine auf starker körperlicher, geistiger und seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach dem Zusammensein und der Hingabe.

Wir können vielleicht nicht von der vollkommenen Liebe sprechen, dennoch entstehen in einem gewissen Grad Liebesgefühle, die unkontrollierbar sind.
Es ist ganz klar, dass wenn ihr diese oben genannten Punkte aus reiner „Geschwisterlichkeit“ ausführt, sich Hoffnungsgefühle bei einer Partei entwickeln werden.

Und das kann dann sehr übel ausgehen. Denn die Liebe ist nicht immer was schönes. Vor allem die einseitige Liebe. Man versinkt in Liebeskummer.

Liebeskummer (veraltet: Herzeleid) bezeichnet umgangssprachlich die emotionale Reaktion auf unerfüllte oder verlorene Liebe. Man spricht auch vom gebrochenen Herzen.

Wir sollten daran arbeiten, solch eine Art von Gesprächen zu vermeiden, damit wir die Herzen unversehrt lassen und um nicht Täter eines Gefühlschaos zu werden.